Ein kleines, robustes Küchengerät aus der DDR hat sich den Platz in vielen Haushalten bis heute bewahrt. In gemütlichem Plauderton werden praktische Tricks und Geschichten geteilt, die zeigen, warum der Multiboy mehr ist als nur ein Zerkleinerer.
Die folgenden Zeilen begleiten die fiktive Frau Hannelore, die ihren Multiboy seit den frühen 1980ern nutzt, und beleuchten Herkunft, Technik und den Wert dieses Geräts für nachhaltiges Haushalten.
Multiboy: Dieses DDR-Gerät war einst echter Luxus – Herkunft und Entwicklung
Der kompakte Küchenhelfer stammt aus dem sächsischen Betrieb VEB Elbtalwerk Heidenau, einem Werk mit Wurzeln seit 1919. Entwickelt in den späten 1970er Jahren, erschien zuerst das Modell LZ250, gefolgt Anfang der 1980er vom verbesserten LZ251, das durch einfachere Handhabung und robustere Bauweise auffiel.
Der Name kombinierte „Multi“ für Vielseitigkeit mit „Boy“ als modern klingendem, exportfreundlichem Begriff. Mit einem stolzen damaligen Verkaufspreis von 145 DDR-Mark galt der Multiboy als Luxus, der bei wenigen Haushalten hohe Begehrlichkeit auslöste. Dieser Hintergrund erklärt, warum viele Besitzerinnen und Besitzer das Gerät über Jahrzehnte pflegten.
Warum der Multiboy technisch bis heute begeistert und wie Hannelore ihn pflegt
Das Gerät besteht aus einem kompakten Motorblock, einer Arbeitsschale, einem scharfen Messer und einem Deckel, der beim Herunterdrücken den Motor startet und beim Loslassen sofort stoppt. Mit einer Leistung von 650 Watt zerkleinerte der Multiboy Nüsse, Käse, Gemüse und Obst zuverlässig.
Hannelore schwört auf einfache, umweltfreundliche Pflege: Motorblock immer zuerst vom Netz trennen, Schüssel und Messer von Hand mit warmem Wasser und etwas Essig abspülen, gründlich trocknen und gelegentlich mit ein paar Tropfen Speiseöl die Metallteile einreiben, um Rost vorzubeugen. Kleine Reparaturen erledigte sie früher selbst oder beim örtlichen Handwerker — das macht das Gerät nachhaltig lebenslang nutzbar. Ein sauberer Motor und funktionierender Sicherheitsdeckel sind die Schlüssel zur Langlebigkeit.
Warum dieses DDR-Gerät bis heute so beliebt ist – Nostalgie, Gebrauchswert und Markt
Der Multiboy ist nicht nur praktisch, sondern auch emotional aufgeladen: Erinnerungen an Sonntagskuchen, gemeinsame Familienküchen und die Nähe zur Großmutter erhalten dem Gerät Kultstatus. In vielen Geschichten taucht er als Erinnerungsstück an frühe Ehejahre oder an die Zeit mit kleinen Kindern auf.
Auf dem modernen Gebrauchtmarkt lassen sich die Relikte dieser Zeit ab etwa 25 Euro finden, während gut erhaltene Exemplare und andere DDR-Klassiker wie der Retro-Mixer gelegentlich höhere Preise erzielen. Die Nachfrage 2026 zeigt, dass langlebige Technik und nachhaltige Nutzungspraktiken in der Gegenwart wieder stärker wertgeschätzt werden.
Was Haushalte heute von DDR-Geräten lernen können – Reparieren statt Wegwerfen
In einer Zeit, in der Wegwerfprodukte noch immer verbreitet sind, erinnert die Geschichte des Multiboy an Praktiken aus einer Ära der Reparaturfreude. Aussagen aus Umfragen bestätigen, dass viele Geräte aus der DDR aus Rohstoff- und Reparaturgründen geschätzt werden; sie konnten häufig mit einfachen Mitteln wieder instand gesetzt werden.
Beim Kauf eines gebrauchten Multiboy lohnt es sich, Motorfunktion, Messerzustand und die Druck-Deckel-Sicherheit zu prüfen. Wer einfache Wartungsschritte kennt — regelmäßiges Trocknen der Metallteile, Reinigung mit milden Hausmitteln und gegebenenfalls das Schärfen der Klinge — gewinnt ein langlebiges Küchengerät zurück. Hannelore übergab ihren Multiboy schließlich an die Enkelin, weil er nach einer kleinen Reinigung und dem Austausch einer Verschleißdichtung wieder tadellos arbeitete.